Am Samstag, dem 18. März 2006, verstarb OSR Franz Fraißl nach kurzer Krankheit für viele unerwartet im 87. Lebensjahr. Der Verstorbene war 25 Jahre in der Kommunalpolitik von Kautzen tätig, davon 10 Jahre als Bürgermeister und wurde auf Grund seiner Verdienste mit der Ehrenbürgerschaft von Kautzen ausgezeichnet.

 

Herr OSR Fraißl wurde am 29. 11. 1919 in Illmau geboren, besuchte nach der Volksschule das humanistische Gymnasium in Graz und rückte 1938 zur Deutschen Wehrmacht ein, wo er zuerst als Unteroffizier, später als Leutnant an vielen Fronten kämpfte.

 

   

 

1946 schloss er die Ehe mit Eva-Maria Lehmann aus Dresden, die ihm 11 Kinder schenkte. In der schwierigen Nachkriegszeit arbeitete OSR Fraißl zunächst als Maurer in Dresden, verfolgte aber stets sein Ziel, Lehrer zu werden. 1948 wurde er mit der Leitung der einklassigen Volksschule in Engelbrechts betraut, die er 10 Jahre hindurch innehatte.

 

1958 wurde er an die Hauptschule Kautzen versetzt, zunächst als Lehrer und von 1967 bis 1980 war er Leiter der Hauptschule. Franz Fraißl war Pädagoge mit Leib und Seele, für den profunde Wissensvermittlung, positive Arbeitshaltung und Disziplin oberste Grundsätze waren. Zahlreiche Lehrer gingen durch seine Schule und konnten sich durch seine Führungsqualität, viel Berufswissen und Erfahrung aneignen. In seine Zeit als Schulleiter fällt auch die Erweiterung des Schulgebäudes (Physiksaal, Turnsaal, Schulküche, ….). Sein vorbildhaftes pädagogisches Wirken wurde seitens des Bezirks- und Landeschulrates durch zahlreiche Auszeichnungen gewürdigt und gipfelt in der Verleihung des Titels Oberschulrat durch den Bundespräsidenten.

 

Neben seiner Tätigkeit als Lehrer zeichnete sich OSR Fraißl durch ein umfangreiches Wirken im öffentlichen Leben aus. Als Bürgermeister von Kautzen war es ihm stets ein großes Anliegen, die Lebensqualität seiner Gemeinde zu steigern, die Abwanderung zu bremsen und die nötige Infrastruktur durch Unterstützung der bestehenden Betriebe, Bereitstellung von preisgünstigen Bauplätzen, Ausbau des Straßen- und Wegenetzes und Errichtung eines Gemeinde- und Arzthauses zu schaffen. Der hohe Stellenwert, den die Religion in seinem Leben einnahm, spiegelt sich in der Renovierung der Kapellen in den Katastralgemeinden wieder.

 

OSR Fraißl war es bewusst, dass Vereine als Träger des kulturellen und sozialen Lebens für die örtliche Gemeinschaft von großer Bedeutung sind und daher hat er sie sowohl ideell als auch materiell stets bestens unterstützt. So gelang es ihm und Friseurmeister Franz Datler, den Sportverein zu reaktivieren und die Sportanlage auszubauen.

 

Trotz seiner vielfältigen öffentlichen Verpflichtungen war er für seine große Familie stets ein treu sorgender Vater, dem das Wohlergehen seiner Lieben immer innerstes Bedürfnis war.

 

In seinen letzten Lebensjahren unternahm er mit seiner zweiten Gattin Rosemarie sehr interessante Reisen, die ihm viel Freude bereiteten.